Hohenegger in Bremgarten (Kt. Aargau)

Der Hinweis Bremgarten, von wo aus sich die Hohenegger in alle Welt verbreiteten erweist sich als Unwahr. Richtig ist, dass sich ein  Hohenegger in Bremgarten nieder lies. Im Jahre 1452 wurde ein Rudolphus Hohenegger, Sohn eines österreichischen Beamten, der auch Rudolph hiess, als Grossweibel vom damaligen König Friedrich in Bremgarten eingesetzt. Es handelt sich um einen Enkel des Berthold von Hohenegg, wegen der  Ehe mit einer Unebenbürtigen, den Nachkommen die "Edelfreiheit" wieder entnommen wurde. Die Hohenegger, in Bremgarten nur noch Honegger geschrieben waren äusserst Obrigkeitstreu und dem Katholischen Glauben ergeben. Es zeugen einige Pfarrherren und Mönche davon. Der zweite Hinweis auf den Namen Hohenegger liefert ein Buch des Paters Martin Kiem aus dem Kloster Muri-Griess. Er verfasste die Geschichte aller Äbte des Klosters Muri, wobei der Name Hohenegger bei Abt Bonaventura l, mit bürgerlichem Name Hans Jakob wieder auftauchte. Das Hoheneggerwappen oder Honeggerwappen von Bremgarten wurde vermutlich von den Habsburgern als Dank verliehen. Zeugen davon sind Glasmalereien in den Kreuzgängen der Klöster von Muri und Wettingen.

 

Bremgarten (Aargau)

Die Stadt Bremgarten an der Reuss war die Amtsstadt des freien Amtes. Das heisst es gehörte nicht zur Eidgenossenschaft, war dieser aber sehr zugewandt. Die Stadt Bremgarten wurde deshalb nicht von einem Vogt verwaltet, sondern von zwei Schultheissen, die sich alle Jahre ablösten und von den Bürgern gewählt wurden. Die Stadt unterstand jedoch dem Hause Habsburg wie es das Wappen (Habsburger Löwen und österreichischer Adler) kundtun.

 

Wappen der Stadt Bremgarten

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Wappenscheibe aus dem Kreuzgang des Klosters Wettingen

Dank der Obrigkeitstreue zu Kaiser und Kirche, ist es den Hoheneggern immer wieder gelungen im Habsburgischen Kaiserreich gute Posten zu bekleiden. So setzte Kaiser Rudolf von Habsburg 1452 den nicht mehr zum Adel gehörenden Rudolphus Hohenegger als Grossweibel in Bremgarten ein. Rudolphus Hohenegger, dessen Vater auch Rudolph hiess war zudem auch Hauptmann deren von Bremgarten. Als solcher fand er dann schliesslich in der Schlacht bei Murten am 22. Juni 1476 den Tod, als er an der Seite Habsburgs und den Eidgenossen gegen Karl /der Kühne) von Burgund kämpfte. Rudolphus ist vermutlich ein Enkel von Berchthold III .

Der Name Hohenegger trat nur noch einmal in Erscheinung. Fündig wurde ich in einem Buch von Pater Martin Kiem aus Muri-Griess. Er beschreibt darin den Abt Bonaventura I (Hohenegger) Honegger aus Bremgarten. Diese Linie Hohenegger schrieb sich nur noch Honegger. Auch das Familienwappen der Honegger findet man in den Kreuzgängen der Klöster Muri und Wettingen. Der Barttragende Mann mit Rumpf, dem je eine Traube aus den Ohren wächst.

 

Wappen Niklaus Honegger Kreuzgang Kloster Muri

 

Im Weiteren sind noch vier Familienwappen der Honegger im Kreuzgang des ehemaligen Zisterzienserkloster Wettingen zu besichtigen.

 

Wappen Kloster Wettingen

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Dieser Hohenegger oder Honegger-Zweig brachte etliche Persönlichkeiten hervor. Schultheissen von Bremgarten über hundert Jahre, Hauptmänner in fremden Kriegsdiensten und Kirchenvertreter. Den Hinweis, dass sich die Hohenegger von Bremgarten aus weiter verbreitet haben sollen, hat sich nicht erhärtet.

 

 

 

 

Die Linie der Hohenegger in Bremgarten

 

Weil Herzog Friedrich lV „mit den leeren Taschen“ von Habsburg am Konzil zu Konstanz 1415 den Gegenpapst unterstützte, ermunterte der König Sigismund die Eidgenossen, die Stammlande der Habsburger zu erobern, was sie 1415 auch taten. Die Habsburger verloren ihren Stammsitz und zogen sich auf die Besitzungen in Österreich zurück. Sie verloren den Berner Aargau, die freien Ämter, die Grafschaft Baden und das Kelleramt und waren somit direkt dem Kaiser unterstellt. Im Jahre 1452 setzte Kaiser Friedrich den Getreuen Rudolphus Hohenegger (HVB04001) als Grossweibel in Bremgarten den Hauptort der freien Ämter ein. Die Einsetzung Rudolfs hatte den Zweck, dass seinem Einfluss auf ein Gebiet, das eingepfercht zwischen den Kantonen Bern und Zürich, Rechnung getragen wurde. Die Hohenegger, Nachkommen des nicht mehr edelfreien Berthold lll (HHH02001), das heisst nicht mehr adelig waren wohlhabende, fleissige und geschickte Leute. Rudolf, der nunmehr Honegger genannt wurde; es wurde geschrieben wie es sich anhörte, war nicht nur Grossweibel von Bremgarten sondern auch Hauptmann der Bremgartner Truppe. Er ist dann auch am 21.6.1476 auf der Seite der Eidgenossen und Habsburgern gegen Karl von Burgund in der Schlacht bei Murten gefallen. Er hinterliess zwei Söhne.

 

Rudolf ll (HVB05001)

Walter(HVB05002)

 

Rudolf, der vermutlich ältere Sohn Rudolfs wurde um 1440 herum geboren. Urkundlich wird er verschiedentlich erwähnt. (1462, 1483, 1487, 1495). Rudolf besass das Haus Rorbach und war Zinspflichtig. Er war 1460 im grossen Rat und 1480 im kleinen Rat. Rudi Honeger wie er genannt wurde war auch Richter und Weibel. 1502 wird er auch als Schultheiss von Bremgarten genannt. Laut eines Mitgliedereintrages der Frauenbruderschaft war er mit  Ann Zürcher verheiratet. Dem Text nach zufolge jedoch erst in zweiter Ehe. Aus erster Ehe hatte er zwei Söhne

 

Jakob (VBB06001)

Conrad (VBL06001)

 

Walter, vermutlich etwas jünger als Rudolph, wurde nie gross erwähnt. Die beiden Vornamen Rudolf und Walter sind auch ein deutlicher Bezug zu den Allgäuer Hohenegger. Auch da dominieren diese zwei Vornamen. Über die verwandtschaftlichen Beziehungen zur alten Heimat kann man höchstens spekulieren. Walter hatte einen Sohn.

 

Johannes (VBA06001)

 

Mit diesen drei Nachkommen trenne ich die Honegger in drei Linien: VBB für Jakob. VBL für Conrad. VBA für Johannes. Die nachfolgenden Ermittlungen, vor allem was die Nachkommen von Jakob und Conrad angehen, sind Vermutungen. Beruhen vor allem auf das Totenrodel und das Traubuch von Bremgarten, sowie Nachforschungen im Staatsarchiv Luzern.(Stammtafel 5)

 

Johannes Honegger und seine Nachkommen

 

Johannes zirka 1475 als Sohn von Walter geboren war eine grosse Persönlichkeit. Erwähnt wurde er erstmals 1496 als er an der Universität Basel bis 1497 studierte. 1501 war er Magister Artium (heute Sozialwissenschaft, Juristik und Theologie). Er heiratete 1506 Margaritha Mächler, die Tochter des Domherren Ludwig Mächler. In den Jahren 1515, 1517-1520, 1522-1526 und 1529 war er  Schultheiss von Bremgarten. 1526 trat er als einer der vier Präsidenten an der Badener Disputation auf. Als 1529 die Reformation für kurze Zeit siegte, floh Johannes nach Luzern wo er das Bürgerrecht erhielt. Ein Jahr später, 1530 starb er. Das Paar hinterliess fünf Söhne. Ob auch Töchter dazu gehörte weiss man nicht.

 

Christoph (VBA07001)

Niklaus (VBA07002)

Ulrich (VBA07003)

Sebastian (VBA07004)

Johannes (VBA07005)

 

Folgt…