Hohenegger / Hochenegger / Hohenecker in und aus Deutschland

Als Ursprung gilt sicher die Umgebung von Kempten, wobei sich in der näheren Umgebung Memmingen, Bad Grönenbach, Legau befinden. Verschiedene Umstände führten zur Auswanderung in weiter gelegene Orte. Meistens Richtung Ost. Nachstehend einige Genealogien bei denen ich den ersten Ursprungsort als Titel einge-geben habe. Aus Datenschutzgründen sind viele Angaben nicht vollständig, da man als Aussenstehender keinen Einblick erhält. Darum liebe Leserin, lieber Leser möchte ich Sie bitten mir fehlende Daten vor allem neueren Ursprungs mitzuteilen.

Als Hilfestellung hier noch was die Kolonnen meiner Exel-Tabelle bedeuten!

Kolonnen 1, 2 und 3 Geburt oder Taufe; Jahr, Monat, Tag

Kolonne 4 Vorname des Vaters ( wo die Vaterschaft unbekannt ist steht Spuria/us)

Kolonne 5 Vor- und Nachname der Mutter

Kolonnen 6, 7 und 8 Sterbedatum; Jahr, Monat, Tag

Kolonne 9 Sippenzugehörigkeit

Kolonne 10 Geburtsort od Wohnort +Sterbeort

Kolonne 11 Beruf oder andere Angaben

Kolonne 12, 13 und 14 Traudatum

Kolonne 15 Vorname der Ehefrau/ des Ehemannes

Kolonne 16 Nachname der Ehefrau/ des Ehemannes

Kolonne 17 Wohn- oder Trauungsort der Ehefrau/ des Ehemannes

Kolonnen 18, 19 und 20 Geburtsdatum der Ehefrau/ des Ehemannes

Kolonnen 21, 22 un d 23 Sterbedatum der Ehefrau/ des Ehemannes

Kollone 24 Diverses

 

Klicken Sie auf die folgenden Ortschaften um die entsprechenden Genealogien im Excel-Format (.xlsx) anzusehen:

Augsburg Max Georg-Anna Maier

Brandeln Johann - Rosina Schweiger

Buxheim

Deutschland alle

Dietradsried Franz Josef - Anna Riegg

Ebersbach Josef-Anna Maria  Aberthum

Grönenbach Johann und A.M. Diebold

Hawangen

Hochdorf Lienhard Hohenecker-Apollonia Wagner

Knorrendorf

Krumbach-Hohenegg

Lachen Leonhard-Creszentia Schmid

Legau

Lindenberg

Niederdorf

Oberopfingen

Pasenbach Kaspar-Sabina Hochenegger

Strass b. Legau

Untermeitingen Josef - Rosina Prestel

Unterweilach  Franz - Katharina Lerchl

Wolfertschwenden

 

Die seelsorgerischen Wege des Pfarrer Hohenegger

Auf der Suche nach Hohenegger in der Schweiz liessen mich zwei Einträge im Internet aufhorchen. Einer kam aus Zell bei Füssen. Da stand, dass Pfarrer Joachim Hohenegger aus Toggenburg in der Kirche St. Moritz in Zell im Jahre 1640 tätig war. Ein zweiter Hinweis diesbezüglich im Buch Helvetia Sacra.  Dort wird Joachim Hohenegger aus Toggenburg als Administrator 1657-1659 genannt. Der Weg über etliche Gemeinden im Toggenburg liess mich wissen, dass dort ein  Joachim Hohenegger oder eine Familie Hohenegger nie aufgetaucht ist. Viel später über das Stift St. Gallen wurde ich an das bischöfliche Archiv Chur verwiesen und erhielt prompt Antwort. Das Rätsel dem ich Monate lang nachrannte war, dass es nicht Toggenburg sondern Roggenburg hiess. Das erste E-Mail an das Kloster Roggenburg in Deutschland ist vermutlich nicht angekommen, denn auf einen Brief an den Abt des Klosters erhielt ich wenig später Antwort des Archivars Pater Rainer Rommens. Er liess mir zwei Kopien aus den Jahren 1764 und 1801 zukommen, die den Seelsorgerischen Weg des Pfarrers Joachimus Hochenegger aufzeigten. Obwohl  ich keine Kenntnisse in der lateinischen Sprach habe konnte ich aus diesen Schriften erkennen, dass: -er im Jahre 1674 mit ca. 60 Jahren verstarb- also um 1614 geboren wurde. Das Prämonstratenserkloster Roggenburg war bekannt dafür seine Patres dorthin zu beordern wo gerade Not an Mann war. Eine enge Zusammenarbeit mit der Abtei St. Luzius und dem Kloster Roggenburg hatte zur Folge, dass Pfarrer Joachim Hohenegger zweimal in Churwalden (Schweiz) tätig war. Weitere Stationen waren eben Zell b. Füssen, Geretsried, Speidel, Welshofen und Ingstetten im heutigen Deutschland. Auch in Vils, heute Österreich, wo die Hohenegger auch ansässig waren hatte er gewirkt. Eine weitere Station war Bendern, das im Fürstentum Liechtenstein liegt. Bendern gehörte auch zur Abtei St. Luzi. Die genaue Herkunft bedarf jedoch noch weiteren Abklärungen, denn sie verraten mir doch Einiges über die Verbreitung des Hoheneggergeschlechtes.  Also wird weitergesucht und ich erhielt auch Antwort aus der Pfarrei Bendern in Liechtenstein.  Pfarrer Roland Casutt überwies mich an die Adresse seines Vorgängers, Pfarrer im Ruhestand Herrn Pfr. Franz Näscher. Er war so freundlich und hat sich meiner Sache angenommen und  den Lebenslauf folgendermassen übersetzt.

 

Hochenegger P. Joachim OPraem

von .....

1614                geboren in ......

                         Chorherr des Prämonstratenser-Reichsstiftes Roggenburg bei Ulm

1632                Profess

1635-1639     Chorherr in Chur, Prämonstranserkloster St. Luzi

                         wegen der Schwedenkriege

                         zusammen mit Fr. Franziskus Doser

1637                6. März: Tonsur und Niedere Weihen in Chur[1]

1639                9. April: Priesterweihe in Chur[2]

1639-1640     Administrator in Churwalden (GR)

1640-1642     Pfarrer in Gams (SG)

                         damals zum Bistum Chur gehörend

                         1640, 16. Juni: Ernennung durch den Churer Fürstbischof Johann VI. Flugi von Aspermont;

                         23. Juni: Konfirmation[3]

                         1642, 23. November („an S. Clemenz Tag“): Abschied

                         mit besten Zeugnissen der Gemeinde für die gute Seelsorge

1642-1647     vermutlich im Reichsstift Roggenburg

1647-1648     Pfarrer in Vils (Bayern)

                         im Landkapitel Füssen; 1647, 26. Januar: Ernennung

1648-1649     Kaplan in Zell und Wallfahrtspriester in Speiden (Bayern)

                         im Landkapitel Füssen

                         1648, 29. Februar: Präsentation durch Hans Christoph von Fryberg von und zu Eisenberg

                         1648, 9. September: Zulassung bis Mariä Geburt 1649 durch den Bischof von Augsburg

                         1649, 27. September: erneute Bestätigung oder Erneuerung bist zum Fest des hl. Michael

1649-1651     vermutlich im Reichsstift Roggenburg

1651                Pfarrer in Gerisriedt[4] (Bayern)

                         im Unterthingau (Ostallgäu)

1651                Kirchenrechtsstudium (ein Semester) auf dem Berg Andechs (Bayern)

                         1651, 11. Juni: Bewilligung durch Abt Friedrich Rommel

1651-1652     Kaplan in Meßhofen, Ingstetten und Bibern[5] (Bayern)

                         vom Kloster Roggenburg aus betreute Ortschaften

                         1656, 31. August: erwähnt bei der Wahl von Abt Bonaventura Schalk[6]

1657-1659     Administrator in Churwalden[7]

                         möglicherweise bereits ab 3. Januar 1657 bis 1. September 1659

1660                Vikar in Bibern

1661-1663     Prior im Reichstift Roggenburg

                         1661, 5. Dezember: als Prior erwähnt bei der Wahl von Abt Franziskus Doser

1663                Seelsorger in Bendern

                         vermutlich nur kurz zur Aushilfe beim Pfarrwechsel

                         von P. Joseph Bühel (1661-1663) zu P. Konrad Gehrer (1663-1667)

1663-1674     im                 Reichsstift Roggenburg

                         1669, 1672-1674: erwähnt bei der Professerneuerung

1674                1. September: gestorben in Roggenburg, im Alter von 60 Jahren

 

Eltern: .....

 

Lebenslauf: PfA Roggenburg: Elogia posthuma. S. 42 (1674). – Necrologium Roggenburgense, S. 167-168.

 

                               Obwohl  das Ziel, den Herkunftsort sowie das genaue Geburtsdatum zu finden nicht erreicht wurde habe ich einige Erkenntnisse aus dem Werdegang des Joachimus herauslesen können. Nicht zu übersehen ist die familiäre Beziehung zum Hause Freyberg-Eisenberg, war doch eine Urgrosstante dieses Hauses eine von Hohenegg. Sie brachte die Eisenburg als Erbe mit in die Ehe.  Auch lebte zur gleichen Zeit noch der Letzte von Hohenegg zu Vilsegg, Johann Franz (HVZ11001) +1671.

 



[1] BAC: 761.02 Band 1 (1611-1644), S. 111.

[2] BAC: 761.02 Band 1 (1611-1644), S. 120.

[3] BAC: 761.02 Band 1 (1611-1644), S. 124.

[4] Heutige Schreibweise: Görisried.

[5] Jetzt Biberach (Bayern).

[6] Zuvor seit c. 1640 Pfarrer und Statthalter in Bendern.

[7] Helvetia Sacra. Bd. IV/3: Die Prämonstratenser und Prämonstratenserinnen in der Schweiz. Basel 2002. S. 327.